Valparaiso-Vina del Mar-Santiago-Los Andes-Andes

The year 2008 was one of many changes, including our move to Atlanta. While this meant little time for travel, it also means that we now have access to direct flights to almost anywhere in the world - Atlanta is the largest Airport on the globe. Our first opportunity to take advantage of this was a flight to Santiago de Chile, of course "free" using Delta miles :). We had only one week, so our trip was limited to Santiago and places that can be easily reached from there - but how much was there to see in even that limited amount of time!

Nach fast 10 Stunden leider schlaflosen Fluges begannen wir unseren Sinkflug nach Santiago und bekamen einen ersten Eindruck von den allgegenwaertigen Bergen. In diesem Fall formten sie fast so etwas wie einen "Kochtopf", in dem sich eine dichte Wolkendecke festgesetzt hatte... Und ich konnte nur hoffen, dass der Pilot wusste, was sich da unten in der Suppe befand...

Nach einem Blick durch den Reisefuehrer hatten wir beschlossen, uns zuerst die Kuestenstadt Valparaiso anzuschauen. Chile hat ein sehr effizientes Bussystem, und wir gelangten innerhalb kurzer Zeit vom Flughafen in die UNESCO Welterbe-Stadt. Valparaiso strotzte nur so von Farben, vor allem als sich ein leichter Wolkenschleier verzogen hatte und sich (fuer die naechste Woche) das Wetter von der besten Seite zeigte.

Der alte Hafen von Valparaiso (noch mit Wolken).

Ein Grossteil der Stadt verteilt sich auf die Huegel, die das Wasser wie ein Amphitheater umgeben. Zum Glueck muss man nicht dauernd Treppen steigen - die Stadt hat eine ganze Reihe von Standseilbahnen, die einen trotz ihrer heruntergekommenen Erscheinung sicher auf den Berg bringen.

Blick auf die Stadt und den Hafen. Valparaiso war viele Jahre (bis zur Eroeffnung des Panamakanals) wichtiger Anlaufpunkt fuer Schiffe, die sich auf dem Weg nach Cape Horn befanden. Und noch heute praegen Kontainer das Bild, und zu meinem Erstaunen besonders viele der Linie "Hamburg Sued". Ueberhaupt gibt es in Chile viel Deutsches - deutsche Einwanderer haben das Land ueber viele Jahre hinweg gepraegt.

Viel Altes wird ganz einfach ins aktuelle Leben einverleibt, was die Stadt zu einem interessanten lebenden Museum macht.

Eine der eindrucksvollsten Erinnerungen fuer uns ist die Allgegenwart von Hunden. Herrenlose Hunde laufen wie gleichberechtigt auf Fusswegen, sonnen sich auf Parkwiesen und zeigen unglaubliche Selbstbeherrschung, wenn man direkt vor ihrer Nase eine Fleischteigtasche (Empanada) verspeist.

Im Westen (Norden) wuerde man wohl den Kopf schuettlen ueber ein komplett oranges Haus... aber hier ist das nur eine von vielen knallbunten Farben, welche die Stadt zu dem machen, was sie ist...

...da muss sich der Himmel ganz schoen anstrengen, mit noch tolleren Farben aufzuwarten.

Stadtansicht.

Wohl nirgends wird Platz so effizient genutzt wie in chilenischen Zeitungskiosken. Und trotzt des strongen Katholizismus bekommt nackte Haut dabei eine ganze Menge Aufmerksamkeit.

Eier scheinen in Chile als Nahrungsmittel eine besonders wichtige Rolle spielen...und bevoelkern in Unmengen die lokalen Laeden.

In einem Laden sah ich doch tatsaechlich Milchtueten - und sogleich musste ich an x-mal wiederverwendete Michltueten in unserem Abwaschbecken denken. Ostalgie? Wohl eher Sehnsucht nach den unbeschwerten Jugendjahren.

Nur wenige Minuten in einem rumpeligen Bus brachten uns nach Vina del Mar, einer etwas moderneren (und reicheren) Strandstadt. Die Stadt ist auch als "Gartenstadt" bekannt - hier ein fruehlingshafter Goldmohn.
Der Fruehlung zeigte sich allerorten... in allem moeglichen (besonders Parkbaenken) und unmoeglichen (Laeden, Bussen, Fahrstuehlen) wurde geknutscht und gekuschelt. Vielleicht liegt es auch daran, dass viele junge Leute bei den Eltern wohnen und sich zu Hause etwas beengt fuehlen?
Ausgeknutscht hat es sich fuer diesen ueber 500 Jahre alten Herren, der einer von nur 5 Moais auserhalb der Osterinseln ist. Die Osterinseln gehoeren zu Chile (und gelten sogar als Ortsgespraech von Valparaiso), schwimmen aber doch scheinbar unendlich weit weg im Pazifik.
Vinas Fonck Museum hat auch noch andere verrueckte Dinge zu bieten. Wie diesen Schrumpfkopf. Oder ein Lamm mit zwei Koepfen. Oder ausgestopfte Kugelfische.
Wir begaben uns zurueck an die Sonne. Der Strand und Condos Vinas im Hintergrund.
Zurueck in Valparaiso: eines der drei Haeuser in Chile, die sich heute als "Pablo Neruda" Museum vermarkten. Schon von weitem an Touristenbussen zu erkennen. Und wie erwartet war natuerlich auch deutsches Rentnertum vor Ort.
Chile ist nicht so superbillig wie andere suedamerikanische Laender, aber wir konnten uns doch ab und zu mal richtiges Essen leisten. Hier eine Paila Marina mit leider etwas sandigen Muscheln.
Kunterbuntes Chile.
Renovierungsbeduerftiges Haus mit Aussicht zu verkaufen!
Chile ist nicht beruehmt fuer seine Kueche. Das liegt hoffentlich nicht daran, dass Deutsche hier im Lande deutliche Spuren hinterlassen haben, wie an diesem "Kuchen" zu sehen ist. Ein US Dollar entspricht zur Zeit ca. 600 chilenischen Pesos.
Am besten hat uns das einfache typische chilenische Essen geschmeckt. Ein Salt mit roter Beete, eine Suppe und Rindfleisch mit Reis. Dazu ein lokales "Escudo" Bier.
Auf unserem Weg von Valparaiso nach Santiago passierten wir diesen kleinen provisorischen Markt und bekamen einen Eindruck vom lokalen Wahlkampf (zur gleichen Zeit versinken die USA in der Schlacht zwischen McCain und Obama).
Wir warfen unsere Sachen in einem Hotel in Santiago ab und machten uns auf den Weg zum Cerro San Cristobal. Leider war die Seilbahn auf den Berg aufgrund einer Generalueberholung geschlossen, doch unser Aufstieg war von einem phantastischen Blick gekroent...
...und all die Strapazen des Aufstiegs waren im Nu vergessen. Was fuer ein Glueck hatten wir mit dem Wetter!
Auf dem Berg steht eine weisse Jungfrauenstatue, die ihre Arme ueber eine open-air Kirche und ueber die gesamte Stadt ausbreitet.
Am Tag unserer Ankunft in Santiago hatte allerdings der Fussballgott das Sagen: Chile spielte gegen Argentinien. Ueberall laermten die Fernseher und die Bars liefen ueber mit Leuten und Bier. Und am Ende hatte Chile doch tatsaechlich mit 1:0 die Nase vorn. Der erste Sieg gegen Argentien seit Jahrzehnten.
So viel Deutschtum gab es wahrscheinlich seit der WM nicht mal in Deutschland: Ein Fastfood Restaurant mit dem Namen "Der Deutsche". Auch nach einem wusste ich jedoch nicht, wie deutscher Fastfood aussehen koennte, gab es doch nur die uebliche Pommes und Hamburger. Und chilenisches Bier.
Hier der Blick auf ein typisches Fastfood-Menu.
Schachspieler auf dem Hauptplatz der Stadt, der Plaza de Armas.
Auf der Plaza verdienen sich auch allerlei Kuenstler und Spassmacher ihr Brot. Diese Musiker haben uns besonders beeindruckt.
Die Plaza bei Nacht.
Ich geniesse immer ausfuehrliche Rundgaenge durch die Maerkte anderer Staedte; hier der Fischmarkt Santiagos.
Ein wunderbar duftender Blumenmarkt mit eindrucksvollem Kirchen- und Grabschmuck.
Wir machten uns nochmals auf zum Cerro San Cristobal - diesmal allerdings mit dem Taxi. Und auf dem Berg leisteten wir uns eine Fahrt mit der Seilbahn).
Als Snack auf dem Berg gab es eine Teigtasche mit Fleisch (Empanada). Doch angesichts dieser traurigen Augen konnten wir nicht anders, als dieses koestliche Mahl zu teilen.
Eine Tagestour fuehrte uns zu einem der beruehmten Weingueter Chiles: Concha y Toro. Hier ein Blick in die sehr moderne Metro, die uns fast bis vor die Tore des Weingutes brachte.
Yummy. Ein Glas des roten Saftes im "Casillero del Diablo", dem "Keller des Teufels". Ausser viel Marketing gab es sogar einige interessante Fakten zu lernen - wer haette gewusst, dass ein Fass aus franzoesischer Eiche 1000 Dollar kostet, waehrend ein Fass aus den USA "nur" 500 kostet?
Eines der vielen bunt-schreienden chilenischen Schaufenster.
Santiago hat viel Shopping zu bieten. Die traditionellen indoor-malls in der Innenstadt sind allerdings eher duester und leer. Die Leute scheinen Shoppen im Freiem besser zu moegen.
In manchen Ecken des Stadt erinnerte mich die Architektur allerdings sehr an die Karl-Marx Allee.
In dem modernen Teil der Stadt allerdings sind die Malls schon etwas ansprechender...
...und dort gibt es auch glitzernde Buerotuerme und einen wahren Bauboom.
Der Palacio de la Moneda, der Sitz der chilenischen Regierung.
Eine andere Tagestour fuehrte uns in das Staedtchen Los Andes. Dort gab es nicht nur einen steilen Berg mit wunderbarer Aussicht...
...sondern auch einen Blick in kleinstaedtisches Alltagsleben. Wie diese etwas grobe Art der "Rundfunk"Werbung...
An unserem letzten Tag begaben wir uns auf die wohl eindrucksvollste Tour: mitten in die Anden. Auf dem Weg passierten wir eine Pilgerkirche, die an diesem Sonntag einen unendlich scheinenden Strom Jugendlicher an sich zog.
Unser Minbus warf uns in einem Nest mit dem Namen "Banos Morales" ab. Von dort erklommen wir die Berge und wurden mit atemberaubenden Blicken belohnt. Kleinen wie diesem Fruehlingsgruss...
und grossen, die keines weiteren Kommentares beduerfen.
In wenigen Tagen vom Strand des Pazifiks zum Schnee der Anden, Chile bietet so viel auf einem so schmalen Streifen Land.
Ein Stueck Trockenheit - trotz der fast allgegenwaertigen Gletscherschmelze.
Noch ein wunderbarer Anblick.
Auf unserem naechtlichen Rueckflug nach Atlanta hatten wir das Glueck, uns auf drei Sitzen ausstrecken zu koennen - besser als in der Business Class. Und so schmerzte es auch nicht allzu sehr, gleich am Morgen unserer Ankunft wieder in der Uni strammzustehen. Unser Urlaub in Chile war zwar kurz, aber doch eine wunderbare Gelgenheit, die Augen nach aussen zu wenden und frische Kraft zu tanken. Danke.
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