Las Vegas (Februar 2006)

Eine chinesische Kommilitonin hatte sich zum Heiraten entschlossen und verlegte selbiges ins sonnige Las Vegas. Dort sind Hochzeiten viel einfacher zu arrangieren als in anderen Bundesstaaten... Bei der Ankunft auf dem Flughafen Las Vegas wird man sofort mit der beruehmt-beruechtigten Kasinoatmosphere konfrontiert - zumindest einem schaebigen Abklatsch davon.

Noch hatte ich keinen penny gewonnen, und so zogen wir in eine Jugendherberge ein - abseits vom glitzernden "Strip" mit all seinen Luxushotel in der alten "Downtown" Las Vegas. Wenn es dort auch gegen abend etwas gefaehrlich aussah, so war es doch ein Aspect der Stadt, den ich ungern gemisst haette.

Auch in der alten Innenstadt die ersten Casinos, huebsch zusammengefasst in einer ueberdachten Passage. Hier laesst es sich nicht nur schoen spielen, sondern man kann sich auch an den Buffets der Casinos vollstopfen. Fuer 9 Dollar gibts ein Mittagsbueffet mit allem drum und dran, inklusive Beobachtung zentnerschwerer Stammgaeste. In den Hotels des Strip sind die Bueffets teurer, aber auch luxurioeser.

Die alten Casinos haben nicht so viel Kundschaft wie die neuen riesgen auf dem Strip - und so wird die Werbetrommel eifrig geruehrt. Hier verschenken Tuersteher(innen) sogenannte "Beads" (Plasteperlenketten) und locken so Besucher ins Casino. Auch wir liesen uns locken und verspielten unseren ersten Dollar. Allerdings hat sich das gelohnt, denn man bekommt waehrend des gamblings kostenlosGetraenke serviert - Schnaps und Bier eingeschlossen. Von der Margarita war mir noch ne halbe Stunde lang schwummrig...

Ein German in Vegas.

Wir liefen von der Downtown zum "Strip", insgesamt vielleicht 10 Meilen. Unterwegs sahen wir viele der beruehmten Wedding-Chapels. Dort wird man in einer kurzen Prozedur verkuppelt, am besten von einem Elvis-Imitator. Ich habe auch eine Chapel mit "Drive thru wedding window" gesehen, wo man also heiratet ohne aus dem Auto aussteigen zu muessen...

Je weiter man den Las Vegas Boulevard nach Sueden laeuft, desto schicker wird die Gegend, und die Strassen fuellen sich mit Touristen. Dabei laeuft man auch an unzaehligen Baustellen vorbei - Las Vegas boomt!

Das Herzstueck des Las Vegas Boulevard ist der sogenannte "Strip" mit seinen Luxushotels. Jedes Hotel hat sein eigenes Casino und steht meist unter einem bestimmten Thema. So wie hier das "Venetian". Man kann sich auch wirklich in eine Gondel setzen und wird von einem singenden Gondoliero auf einem kuenstlichen Kanal umhergeschippert waehrend die anderen Touristen alles tausendfach auf Fotos festhalten.

Ein Blick auf dem Strip gen Norden. Der Turm gehoert zum Hotel Stratosphere und ist der hoechste westlich des Mississippi. Auf der Turmspitze (!) befinden sich mehrere Karussels - also ein kleiner Rummel in ueber 300 Metern Hoehe. Zum Glueck war es zu teuer, sonst haette ich das vielleicht auch noch probiert.

Ziemlich teuer auch die Laeden, die sich hinter dem Namen "Forum Shops" verstecken. Nahe dem Caesar's Palace reihen sich die Dolce&Gabanas, Guccis, und was sonst nicht noch so alles aneinander. Eine wendelnde Rolltreppe bringt einen auf die gewuenschte Ebene...

...wo man unter einem kuenstlichen blauen Himmel ankommt, und, wenn man lange genug shoppt, den Wechsel der Tageszeiten an den wechselnden Himmelsfarben ausmachen kann.

Wenn man des Shoppens genug hat, kann man sich zur gewaltigen Feuer-Wasser-Licht Show durch die Massen quetschen.

In den grossen Hotels finden auch taeglich Shows statt. Elton John wurde vom Caesar's Palace verpflichtet, in anderen Hotels kann mich sich die Blue Man Group, den Cirque de Soleil, oder viele andere Stars und Sternchen ansehen. Leider nur fuer sehr viel Geld. Paris Hilton, die blonde Millionenerbin, hat uebrigens an diesem Wochenende im angesagten "Pure" nightclub im Caesar's Palace ihren 25. Geburtstag gefeiert. Leider hatte sie vergessen, mich einzuladen :*(

Nicht nur Venedig wurde in Vegas kopiert, auch Paris hat seinen Platz. Inklusive Eiffelturm in halber Hoehe.

Innen im Hotel "Paris" haben die Macher ganze Stadtteile aufgebaut - alles Pappe, aber trotzdem fast wie echt. Das Buffet im Paris war zwar nicht ganz billig (25 Dollar) aber dafuer konnte man sich richtig an allen erdenklichen Leckereien sattessen.

Wer andere Leckereien mag, kann sie sich fuer wenige Dollars auf's Zimmer bestellen. Zumindest wenn man den vielen Handzetteln glaubt, auf denen selbiges behauptet wurde, und die einem ueberall in die Hand gedruckt wurden.

Am suedlichen Ende des Strips ist man ploetzlich in New York.

Nun aber genug gelaufen - ab ins Casino zur "Slot Machine". Dort kann man um Dollars spielen, um Quarters (viertel Dollars) oder auch pennies - also einen cent. Da fuehlte ich mich wohl. Und kostenloses Bier gab's trotzdem.

Und so sieht ein Kasino von drinnen aus. Nicht das ganze natuerlich, das ist nur ein Teil des Slot Machines im "Paris". Es gibt noch viel mehr Maschinen und natuerlich richtige Spieltische mit Roulette, Poker, etc., sowie Sportwetten.

Fast so schoen wie echt.

Am Sonnabend war es dann endlich so weit - Hochzeit! Min (meine Kommilitonin) heiratete in der Graceland Chapel...

...und wurde doch tatsaechlich vom King getraut. Der war zwar nicht mehr so knackig wie zu seinen besten Zeiten, aber selbige lassen wir ja alle irgendwann mal hinter uns.

Nach einem feinen Dinner im franzoesischen Restaurant "Pampelmousse" (sah von aussen aus wie eine Baubaracke, war aber drinnen sehr schoen gemuetlich) zogen der ganze Clan durch Vegas. Hier das "Venetian" bei Nacht.

Am naechsten Tag erklommen wir den Eiffelturm (auf amerikanische Weise, also per Fahrstuhl). Von oben bietet sich ein sehr interessanter Blick - man begreift, wie die Stadt inmitten der Wueste liegt, eingerahmt von endloser Weite und Bergen.

New York vom Eiffelturm aus gesehen...

Und hier ist das vielleicht beruehmteste Hotel - das Bellagio mit seinen Fontaenen, die regelmaessig zu tanzen beginnen und die Zuschauer in ihren Bann ziehen.

Innen hat das Bellagio natuerlich auch Luxusgeschaefte zu bieten. Und ein chinesisches Gewaechshaus.

In der Lobby des Bellagio schmuecken filigrane Glasblumen die Decke und tauchen den Raum in ein buntes Licht.

Sonntag abend liessen wir Paris, Venedig, New York und all die anderen echten unechten Plaetze hinter uns, und es ging zurueck ins echte Leben - nach Durham.

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