Literarische Essenzen


Vorwort

Lange habe ich überlegt, ob es mir anstünde, den Leser des Ganzen zu berauben und dem Schreiber die Bewunderung für das Ganze zu nehmen. Meine Essenzen sollen dies gar nicht tun. Sie sollen denen, die das Buch gelesen haben, helfen, Gedanken wiederzufinden. Sie sind eine Gehhilfe, kein Auto.

Ich habe nicht den Versuch unternommen, das Buch durch eine gerechte Auswahl passender Zitate wiederzugeben. Meine Essenzen sind zwar fremde Worte, doch dürfen Sie auf meinen Seiten stehen, denn es sind die für mich bedeutsamen und nachdenkenswerten Teile des mit jedem Leser eine weitere Nuance beinhaltenden Buches. Und so sind sie schon fast wieder Ausdruck auch meiner Beschäftigung mit mir und der Welt.

Nicht das Lesen eines Buches, das Nachvollziehen einer Handlung ist es, sondern das Aufgehen in seinem Wesen oder doch die Positionierung seiner selbst sind das Wertvolle. Ersteres vermag ich nicht zu befördern, beim Zweiten aber möchte ich mit dabei sein.

Wer diese Essenzen liest, um die Empfehlung für Lesenswertes zu bekommen - er möge seinen Geist nicht vorher durch das Lesen meiner Auswahl belasten und einschränken, sondern mir glauben, daß alle diese Werke seiner Zeit würdig sind.