Vom Wechsel


Ein wirres Ding ist der Mensch:
Nicht Stein, der sich begnügt, sein Leben lang zu bleiben, nicht Pflanz` und Tier, die graden Weg beschreiten, nein, ständig wechselt er die Seiten.

Der Seiten hat er viele, drum kurzerhand zum Ziele der großen Schöpfung sich erklärte. Da ist er stolz ob seiner Pracht, die ihm jedoch nur Ärger macht. Denn anders als die Vorgenannten erkennt er seine Eck` und Kanten - zumindest in so mancher Stund, da er sich überhaupt nicht rund. Wie nun auch dieser Wechsel eine, ihm eigen seit gelegt der Keime. Der Wechsel, außen so wie drinnen tut er das Wesen nun bestimmen. Da wohl so mancher möge Fragen: "Was meinst Du nun?", so kann ich sagen: Mal fühlt er ja, mal fühlt er nein, mal will er sterb`n mal will er sein, mal will er dies mal will er das, mal ist ihm mies, mal hat er Spaß. Kurz, Leib und Seel - wer will`s bestreiten - sind unberechenbar zum Reiten.

;)